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Alino

Alino

Im November 2002 entschlossen wir uns, einen Hund aus dem Tierheim zu holen. Es war etwas schwierig, weil mein Liebster und ich etwas unterschiedliche Vorstellungen von „unserem“ Hund hatten. Im Tierheim Siegen machten wir dann den Rundgang durch die großen Freigehege, 40-50 Hunde liefen dort und warteten auf liebe Menschen. Und da sollte man sich für   e i n e n   entscheiden können? Es war wirklich schwer. Ziemlich am Ende der Runde rannte ein mittelgroßer, gestreifter Hund auf den Zaun zu, sprang daran hoch. Er hat nicht gebellt, war einfach nur neugierig und begeistert, dass jemand mit ihm spricht. 

Alino

Mein Liebster und ich haben uns angeschaut... Wir haben also jemanden vom Personal geholt und uns ein bisschen was über Alino erzählen lassen. Er wurde mit ca. 3 Monaten ausgesetzt in Spanien gefunden (der Tierarztstempel im Impfpass ist aus einem Ort auf Teneriffa), kam dort ins Tierheim und einige Zeit später ins Tierheim nach Siegen. Mit ca. 6 Monaten wurde er vermittelt, aber wieder abgegeben, weil er die Wohnung zerlegt, wenn er alleine ist, auch nachts. Hm, das hat uns dann schon etwas zu denken gegeben. Wir sind dann ein bisschen mit Alino spazieren gegangen, haben uns unterhalten und uns dann entschieden ihn mitzunehmen.  Er war damals 9 Monate alt. In der ersten Nacht haben wir die Küche so weit es ging leer geräumt, damit der Schaden nicht zu groß ist. Alino hat noch einen Hundekeks als Betthupferl bekommen, dann sind wir nach oben ins Schlafzimmer. Die Türen blieben natürlich offen. Der Hund kam mindestens 15mal ganz leise die Treppe hoch, ging eine Runde um unser Bett und dann wieder ganz leise die Treppe runter in sein Betti. Wir haben natürlich gaaaanz fest geschlafen und uns nicht bewegt. Die nächsten Nächte kam er immer seltener und dann garnicht mehr, außer wenn er mal wirklich raus musste. Und kaputt gemacht hat Alino im Haus noch nie etwas und er ist von Anfang an problemlos alleine geblieben. Da die Vorbesitzer mit Alino wohl überhaupt nichts gemacht haben (vermutlich hat er auch deshalb die Wohnung zerlegt) und er nicht mal die einfachsten Kommandos kannte, ging’s bald ab in die Hundeschule. Dort haben wir auch erfahren, daß wir uns einen Bardino-Mischling nach Hause geholt hatten (von der Rasse hatten wir noch nie etwas gehört).

Alino

Die Grundkommandos im Einzelunterricht hat Alino ratzfatz gelernt, so wie er alles ratzfatz macht. Bei seinem Temperament muß alles schnell gehen, immer im Galopp. Wir sind jetzt in einer Hundegruppe mit acht Hunden, unter denen noch eine Bardina, Bala, ist. Alino und Bala sind das Dreamteam. Sie toben total wild, sind unerschrocken und neugierig auf alles, springen aus dem Stand problemlos und ohne Aufforderung auf große, eingeschweißte Heuballen (ca. 1,30 hoch). Man muss sie schon einbremsen, damit mal ein bisschen Ruhe einkehrt und man zum Arbeiten kommt. Alino ist oft übereifrig, will immer der erste und schnellste bei allem sein. Da kommt man nur mit viel Ruhe und langsam machen dagegen an. Aber das ist halt sein spanisches Temperament. Im Haus dagegen ist er ganz ruhig (außer wenn Herrchen abends heimkommt und sich umzieht. Ich bin schon gespannt, wann bei dem wilden Gezerre die erste Jeans kaputt geht). Alino geht weder auf die Couch noch ins Bett, wenn man es ihm nicht erlaubt, nicht einmal, wenn er alleine daheim ist. Auch wenn Besuch mit Kindern da ist, stört ihn das alles nicht. Alle werden begrüßt, dann geht er in sein Betti und gut ist’s. Er kommt auch mit ins Büro, kein Problem.

Alino

Nur wenn er in fremden Wohnungen ist, ist es mit der Ruhe vorbei. Da ist er leider super nervös. Aber das wird schon noch werden. Sein einziges Manko haben wir im Frühjahr entdeckt: Seinen ausgeprägten Jagdtrieb. Leider holt er sich die Witterung aus der Luft, so dass es nichts hilft, das Wild vor ihm zu entdecken, es gibt nämlich nichts zu sehen. Alino ist wie auf Droge, sobald er was in der Nase hat, bekommt ganz glasige Augen und ist nicht mehr ansprechbar. Und er ist wie vom Katapult geschnellt im Wald verschwunden. Irgendeiner seiner Vorfahren war bestimmt ein Windhund. Das würde den Jagdtrieb, die steile Hinterhand und die enorme Schnelligkeit erklären. Ich  arbeite seit ein paar Monaten mit der Schleppleine mit ihm und es ist schon um einiges besser geworden. Wir bekommen das ganz sicher in den Griff.

Alino

Ansonsten ist Alino einfach ein Traumhund. Sein sonniges Gemüt, seine Freundlichkeit allen Menschen und Hunden gegenüber, seine Gutmütigkeit, sein Spaß am Arbeiten und seine Neugierde machen ihn dazu.

Das ist jetzt eine recht lange Geschichte geworden, aber ich wollte unbedingt erklären, dass Hunde aus Tierheimen nicht immer so sind, wie die Vorbesitzer erzählen UND dass Bardinos einfach wunderbare Hunde sind, wenn man sie, auch geistig, beschäftigt.

Alino  Alino

Alino

Viele liebe Grüße aus dem Siegerland von

Alino, André und Angi

E-Mail: anso24@gmx.de

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