www.inselhunde.de


» Startseite

» Hundehaltung

» Auslandshunde

» Verantwortung

» Checkliste

» Krankheiten

» Erziehung

» Ihre Hilfe

» Vermittlung

» Zuhause gesucht

» Glückspilze

» Urlaub mit Hund

» Der Bardino

» Bardino-Erlebnisse

» Nachdenkliches

» Impressum

Amor

Amor

Der Bardino-Mix Amor kommt ursprünglich von der Insel Teneriffa und wurde schon als Welpe nach Deutschland vermittelt - doch dann wurde er zum Umzugsopfer und suchte wieder dringend eine neue Familie.

Als Amor zu uns kam, war er ungefähr fünfzehn Monate alt. Genauso lange lebt er jetzt bei uns und das ist die längste Zeit, die er bei demselben Menschen verbracht hat.

Bis zu seiner Ankunft teilten wir unseren Minibauernhof mit Berner-Sennen-Mix-Hündin Lea, Hühnern, Gänsen, Katzen und Pferden.

Irgendwann beschlossen wir, einem zweiten Hund ein neues Zuhause zu geben und ich begab mich auf die Suche. Da die Vermittlung in den umliegenden Tierheimen nur als katastrophal zu bezeichnen war, versuchte ich mein Glück im Internet. Über Umwege gelangte ich auf die Seite der Inselhunde und entdeckte Amor. Seine Augen faszinierten mich auf Anhieb. Da Größe und Gewicht unseren Vorstellungen entsprachen, gab es kein Halten mehr.

Wie erstaunt war ich, dass ich auf meine Anfrage sofort eine Antwort erhielt. Drei Tage später besuchten uns Margit Jasaraj und ihr Mann Uli, mit denen wir ein sehr nettes, ausführliches Gespräch führten. Offenbar gefiel ihnen unser Heim, denn schon drei weitere Tage später konnten wir Amor abholen.

Das nenne ich eine erfolgreiche Vermittlung!

Amor

Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass Amors Gewicht vom Vorbesitzer um etwa zehn Kilo mehr angegeben worden war. Eigentlich wollten wir ja einen großen, kräftigen Hund, aber anscheinend sollte es nur ein großer sein, denn Amor war spindeldürr. Neben dem Bardino hatte vermutlich ein Podenco mitgespielt. Ihn dazulassen, kam aber auf keinen Fall in Frage, denn er hatte uns mit seinem Charme bereits völlig eingewickelt.

Leas Verwirrung über den neuen Hausgenossen dauerte nur einen kurzen Moment. Seitdem ist ihre Liebe zueinander ungebrochen.

Amor und Lea

Amor lebte sich unglaublich schnell ein und offenbarte schnell einige unschöne Angewohnheiten. Die Liste seiner „Taten“ wurde täglich länger. Von „Sitz“ und „Platz“ hatte er wohl mal etwas gehört, aber mehr auch nicht. Wie eine Gemse kletterte er auf den Tisch und die Küchenzeile und bediente sich an allem Essbaren. Er verschlang sogar ein ganzes Brot, zerlegte Schuhe, Jacken und Decken in ihre Einzelteile und fraß sie auf.

Leinenführigkeit hat er trotz täglicher Übung bis heute nicht gelernt, was die Spaziergänge recht beschwerlich macht. Doch das Schlimmste war und ist sein völlig ungezügelter Jagdtrieb. Er tötet alles, was ihm vor die Nase kommt und ist dabei blitzschnell. Er fängt Mäuse im Vorübergehen, packt Vögel aus der Luft, zerbeißt Igel und nur meinem beherzten Eingreifen ist es zu verdanken, dass nicht schon zwei unserer Gänse ihr Leben lassen mussten. Außerdem hetzte er mit Begeisterung unsere Pferde und dabei wurde mir oft Angst und Bange. Sowohl um die Pferde als auch um ihn, wenn er unter ihren wirbelnden Hufen wegtauchte. Uns war schnell klar, so ging es nicht weiter.

Amor

Ich meldete mich in einer Hundeschule an, die wir regelmäßig besuchten. Amor hatte jede Menge Spaß mit den anderen Hunden, aber die Unterordnung war ihm viel zu langweilig. Dementsprechend arbeitete er mit, nämlich höchstens vier Minuten. Kein noch so feines Leckerli konnte ihn zum Weitermachen überreden. Ich war dem Verzweifeln nah, bis wir etwas fanden, das ihn länger beschäftigte - Fährtenarbeit und Clickertraining.

Absolute Konsequenz und üben, üben, üben zeigten nach endlosen Monaten erste Erfolge. Die Pferde konnten wieder in Ruhe ihre Kreise auf der Weide ziehen und unsere Kleidung blieb ebenfalls am Leben. Er begann mehr auf uns zu achten und reagierte viel besser auf die Grundkommandos. Seit kurzem können wir ihn auf offenem Gelände frei laufen lassen. Ein ungeheurer Fortschritt. Trotzdem ist höchste Aufmerksamkeit geboten, damit er innerhalb eines engen Radius bleibt. Überschreitet er eine bestimmte Grenze, sieht man nur noch die verschwommen Umrisse seines gestreiften Fells, so schnell ist er weg.

Lea und Amor

Hätte Amor nicht noch eine andere, überaus liebenswerte Seite, er wäre schwer zu ertragen. 

Doch bei  seinem anderen Ich ist der Name Programm. Menschen liebt er über alles und Artgenossen begegnet er freundlich. In seiner überschwänglichen Art ist er manchmal ein wenig fordernd und aufdringlich, akzeptiert aber auch ohne Murren eine Abfuhr. Er ist zärtlich und verschmust und wenn er mich aus seinen bernsteinfarbenen Augen unschuldig ansieht, vergesse ich jede Schandtat und schmelze wie Butter in der Sonne.

Amor

Neugierig steckt er überall seine Nase hinein und ist für jeden Spaß zu haben. Ein richtiger Clown, der uns oft zum Lachen bringt. Nach einem ereignisreichen Tag muckelt er sich zufrieden auf seiner Couch ein und klopft mit der Rute den Staub aus dem Polster, sobald man ihn ansieht. Amor ist kein einfacher Hund; keiner, der so in der Familie mitläuft. Er braucht eine Aufgabe;  körperliche und geistige Anforderungen, damit er ausgelastet ist. Außerdem benötigt er eine ganz klare Linie. Zum Glück kann er auf unserem eingezäunten Grundstück frei herumtollen. Wenn er seinem Windhunderbe freien Lauf lässt und in gestrecktem Galopp über die Weide rennt, geht mir das Herz auf. Hechelnd und glücklich kommt er danach zu uns zurück und ich weiß, dass wir es richtig gemacht haben.

Amor

Denn trotz aller Schwierigkeiten (oder gerade deswegen?), lieben wir ihn sehr. Er lernt von uns und wir von ihm und niemals würden wir ihn mehr hergeben.

Unser Geflügel haben wir übrigens inzwischen durch einen Elektrozaun gesichert, denn nicht nur Amor hat ein Recht auf ein glückliches Leben.

Marion Pletzer

E-Mail: m.pletzer@t-online.de

zurück     nach oben