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Fari

Unsere Bardino-Mix Hündin Fari ist unser zweiter Hund. Sie zog ein halbes Jahr nach meinem ersten Bardino Rasta bei uns ein. Mein Lebengefährte Frank wollte, nachdem sich herausgestellt hatte das Rasta ganz und gar „mein Hund“ ist, auch einen Hund. Außerdem sollte Rasta eine Freundin bekommen. Nichts lag für uns näher, als uns auf der Suche nach einem zweiten Hund wieder an die Pflegestelle von Sara Lanzarote zu wenden, die uns auch schon meinen wunderbaren Rasta vermittelt hatte.

Als wir dort anfragten, waren gerade vier Bardino-Mix Welpen untergebracht. Als wir diese besichtigten, sahen wir drei kräftige, gestromte kleine Hunde. Den vierten Hund sah ich erst, als Frank plötzlich in die Ecke des Zimmers zeigte, in der eine zarte, blonde Hündin uns misstrauisch anschaute.

Auffällig an ihr waren die großen, kajalumrandeten Augen und die wunderschöne Zeichnung in Form einer Mickeymaus-Maske. Ansonsten viel mir nur auf, dass sie in Gegensatz zu ihren Geschwistern auffällig scheu war.

Außerdem hatte ich nur Augen für die gestromten Hunde. Ganz anders Frank. Er hatte nur Augen für die blonde Hündin. Die ganze Heimfahrt schwärmte er von ihr.

Da dies nun sein Hund werden sollte, war ich einverstanden das er die Entscheidung treffen sollte, die natürlich auf die blonde Hündin fiel.

An Heiligabend zog sie bei uns ein. Wir gaben ihr den schönen Namen „Fari“.

Fari war wirklich unglaublich scheu. In den ersten 14 Tagen konnten wir sie kaum anfassen. Wir bedrängten sie nicht, und so kam sie irgendwann von alleine zu uns.

Fari lebte sich gut bei uns ein und verstand sich auch sofort prima mit Rasta. Allerdings mussten wir öfters eingreifen wenn Rasta in seiner jugendlichen Übermut arg zu grob mit dem zarten Wesen umsprang.

Als Fari noch kein Jahr alt war stellten wir fest, dass sie lahmte. Wir fuhren zum Röntgen mit ihr in die Klinik. Das Ergebnis war niederschmetternd. Fari hatte auf beiden Hüften eine schwere HD.

Fari ging es immer schlechter. Sie lahmte zwar nicht mehr, hatte aber Probleme sich hinzulegen so das sie zeitweise stehend, mit dem Kopf auf dem Wohnzimmertisch, schlief. Ich hob sie dann hoch und legte sie auf ihre Decke.

Wir fuhren damals mit unseren Röntgenbilder von Tierarzt zu Tierarzt, von Klinik zu Klinik. Überall wollten die nur entsetzlich Dinge, wie neue Hüftgelenke, Nervenschnitt oder Hüftgelenksköpfe abfräsen und nachwachsen lassen, mit ihr machen. Und das bei einem Hund der noch nicht einmal ein Jahr alt war!

Der Tierarzt der letzten Klinik die wir aufsuchten schaute sich nicht nur die Röntgenbilder an, wie es seine Kollegen in den anderen Kliniken getan hatten, er untersuchte Fari auch.

Er kam zu dem Ergebnis, dass Fari zwar eine schwere HD hat, allerdings zu diesem Zeitpunkt keine Probleme damit hatte. Ihr Problem war eine Knochenhautentzündung durch die ständige Fehlbelastung.

Sie bekam damals im Abstand von vier Wochen drei Spritzen. Schon nach der ersten Spritze ging es ihr wieder gut, sie tollte wieder mit anderen Hunden herum und hatte auch keine Probleme beim Hinlegen.

In den nächsten Jahren wurde Fari unser „Sonnenschein“. Nachdem sie ihre anfängliche Scheu abgelegt hatte, wurde sie zu einem aufgeschlossenen, fröhlichen und immer gut gelaunten Hund. Sie hat einen Charme den man sich einfach nicht entziehen kann. Sie versteht sich mit allen Hunden und ist freundlich zu jedem Menschen.

Ihre Hüften machten ihr jahrelang fast keine Probleme. Nur bei starker Wetteränderung war sie manchmal etwas steif oder hinkte auch das eine oder andere Mal. Aber die meiste Zeit ging es ihr gut und sie genoss ihr Leben in vollen Zügen.

Dazu hat sie auch allen Grund. Sie wird von jedem der sie kennt geliebt, und Aufgrund ihrer Krankheit genießt sie Privilegien die unsere anderen Hunde, zwischenzeitlich ist noch der Schäferhund Moses bei uns eingezogen, nicht haben.

Was uns immer wieder zu Schaffen macht, ist ihr ausgeprägter Jagdtrieb. Jeden Moment müssen wir beim Spatzieren gehen auf sie aufpassen, sonst scheucht sie irgend welches Wild hoch, um es dann zu jagen. Ansonsten ist sie ein sehr gehorsamer Hund, zwar mit einem ausgeprägtem Dickkopf und einer ordentlichen Portion weiblicher Zickigkeit, aber nie tut sie etwas böses.

Auf dem Hundeplatz, auf dem wir mit unseren Hunden arbeiten, hat sie Narrenfreiheit. Sie ist der einzige Hund, der während des Trainings frei und unkontrolliert auf dem Platz herumlaufen darf, außerdem darf sie im Gegensatz zu allen anderen Hunden ins Vereinsheim, wo sie immer kräftig Futter abstaubt. Wie gesagt, ihrem Charme kann sich keiner entziehen.

In unserem Hunderudel stand sie schon immer an zweiter Stelle, erst hinter Rasta, jetzt hinter Moses. Insgeheim ist sie aber schon immer die heimliche „Chefin“ gewesen. Unsere Rüden wollten dies wahrscheinlich nie war haben, aber sie nimmt sich immer das was sie will (Spielzeug, Kauknochen) und unsere Rüden überlassen ihr einfach alles. Zwar oftmals mit Unmut, aber nie hat sich irgendeiner gegen sie zur Wehr gesetzt. Auch uns gegenüber nützt die kleine Diva ihre Privilegien schamlos aus, aber wenn wir ihr fröhliches Hundegesicht und ihre immer wild wedelnde Rute sehen, können wir ihr nicht böse sein und lassen es zu, dass sie uns auf der Nase herumtanzt.

Im letzten Jahr (sie war zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt), fing sie wieder an zu hinken. Ich fuhr daraufhin mit ihr in die Klinik und lies sie von vorne bis hinten durchchecken. Ich wollte mit dem Tierarzt besprechen, ob man nicht vielleicht jetzt operativ etwas für sie tun könnte. Er schlug mir erst einmal einen Nervenschnitt vor, dass würde zwar das eigentliche Problem (die HD) nicht lösen, sie könne aber noch einige Jahre schmerzfrei laufen.

Wir machten dann jede Menge Röntgenaufnahmen. Dabei wurde festgestellt, dass sie außer ihrer HD nun auch auf beiden Vorderbeinen eine ED (Ellenbogendisplasie), diverse Spondiliosen im Rücken und Arthrosen in den meisten Gelenken hat.

Der Tierarzt sagte, wenn er sie nicht selbst fröhlich zur Tür herein laufen sehen hätte, nicht glauben würde, dass dies die Röntgenbilder eines Hundes sind, der überhaupt noch laufen kann. Ein Nervenschnitt kam natürlich mit dieser Diagnose nicht in Frage. Er sagte: da weis ich ja gar nicht wo ich anfangen soll....

Fari bekam ein Präparat mit Cortison, dass ich eine Woche geben sollte. Damit lief sie sofort wieder lahmfrei und fand auch sofort zu ihrer gewohnten Fröhlichkeit zurück. Danach bekam ich von meiner Tierärztin ein homöopatisches Mittel. Damit läuft sie auch heute noch.

Sie ist im letzten Jahr deutlich alt geworden. Das Maul ist grau, morgens hat sie „Anlaufprobleme“ und auch ansonsten ist sie etwas steif geworden. Nichts desto Trotz spielt sie immer noch gerne und viel mit anderen Hunden, liebt lange Spaziergänge, gräbt bei jeder Gelegenheit tiefe Löcher und geht mit Begeisterung schwimmen. Aber alles nur noch „in Maßen“. Hat sie einmal einen schlechten Tag, liegt sie in ihrem Korb und macht ein pikiertes Gesicht wenn man sie zu etwas motivieren will, bei dem sie aufstehen müsste. Als wollte sie sagen: seht ihr nicht das es mir schlecht geht? Lasst mich doch einfach in Ruhe. An solchen Tagen bekommt sie ein Schmerzmittel, was ihr bislang immer auf die Bein geholfen hat. Zum Glück sind diese Tage eher selten.

Wir hoffen, dass wir an dieser kleinen Hundepersönlichkeit (na ja, so klein ist sie eigentlich nicht: 58 cm. Aber für uns ist sie immer unsere „Kleine“) noch lange Freude haben werden. Aber wir sind diesbezüglich frohen Mutes. Keiner hat ihr damals eine große Lebenserwartung gegeben und jetzt wird sie 10 Jahre alt, und hat auch noch meinen wunderbaren „Rasta“ überlebt. Schon das hätte niemand je für Möglich gehalten.

Am meisten hoffe ich, dass wir sehen wenn ihre Zeit abgelaufen, sie Schmerzen hat und ihr Leben nicht mehr Lebenswert ist. Und das wir dann sofort die Kraft haben entsprechend zu handeln.

Grüße an die Inselhunde, Diana

E-Mail: diana@wolfraum.com

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