www.inselhunde.de


» Startseite

» Leishmaniose

» Ehrlichiose

» Babesiose

» Dirofilariose

» Borreliose

» Hepatozoonuse

» Giardiose

» Hüftgelenksdys.

» Prophylaxe

» Erfahrungsberichte

» Adressen & Links

Luna

 

Diagnose "schwere HD"   

Erfahrungsbericht  (Mai 2002 - Dezember 2005)

Leider erkranken auch unsere südländischen Mischlingshunde an der Hüftgelenksdysplasie. Auch "unsere" Bardino-Mixe sind immer häufiger davon betroffen. HD ist längst keine Krankheit mehr, die nur überzüchtete Rassehunde betrifft. Natürlich ist es nicht möglich, die Hunde im Ausland vor der Vermittlung erst noch auf HD röntgen zu lassen. HD ist aber auch längst kein Todesurteil mehr, mittlerweile gibt es sehr viele gute Behandlungsmöglichkeiten. Da unsere eigene Bardino Hündin Luna an schwerer HD leidet und wir immer häufiger Nachrichten von betroffenen Bardino-Besitzern bekamen, haben wir uns entschlossen, auf dieser Seite etwas genauer über HD zu berichten.

Bei unserer Bardino- Hündin Luna stellten wir im Mai 2002 fest, dass sie an schwerer HD leidet. Luna war zu diesem Zeitpunkt erst 6 Monate jung. Besonders auffällig war ihr schaukelnder Gang mit dem Hinterteil. Dieser wackelnde Gang sieht zwar bei den Welpen oder Junghunden lustig aus, ist aber leider oft ein deutliches Anzeichen von HD. Auch das Aufstehen bereitete unserer Luna große Schwierigkeiten. Im Juli 2002 war Luna nicht mehr in der Lage, einen Spaziergang von über 5-10 Minuten zu machen - die Schmerzen waren zu groß. 

Rötgenfoto von Luna´s Hüfte.
Röntgenaufnahme von Luna´s Hüfte (schwere HD)

Für uns war es eine Zeit voller Angst und Sorge um unseren geliebten Hund. Luna hatte keine Lebensfreude mehr - was unsere ganze Familie sehr bedrückte. Die meiste Zeit des Tages lag Luna traurig auf ihrem Kissen. Wir wussten, wir mussten ganz dringend etwas tun. Doch die große Frage war, was ist das Richtige für unsere Luna. Wir waren mit Luna bei vielen verschiedenen Tierärzten/Kliniken und informierten uns über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Leider verwirrte uns dies zuerst noch mehr, da uns jeder zu einer anderen Behandlung geraten hatte.

Luna - Juni 2002
Traurige Luna - Juli 2002

Nachdem wir uns gründlich über Vor- und Nachteile und die Risiken der verschiedenen OP´s informiert hatten, haben wir uns für die Goldakupunktur entschieden. Diese besondere Therapieform ist keine reine Schmerztherapie in dem Sinne, dass nur der Schmerz genommen wird wie z.B. mit einem konventionellen Schmerzmittel. Vielmehr wird durch die besondere Einwirkung über den Akupunkturpunkt der Stoffwechsel des erkrankten Gelenkes verbessert. Dadurch werden die einzelnen Zellen von giftigen Stoffwechselprodukten befreit und auf diese Weise eine geregelte Funktion wiederhergestellt. Folge ist tatsächlich eine Schmerzlinderung oder –befreiung, die aber nicht durch Ausschaltung des Schmerzweiterleitung entsteht, sondern in der Ausschaltung der Schmerzursache. Die Goldakupunktur ist ein einmaliger Eingriff. Es gibt natürlich auch Fälle, bei denen die  Goldakupunktur nicht hilft, diese Zahl liegt jedoch bisher bei unter 5%.

Unter Narkose wurde bei unserer Luna am 02. August 2002 eine Goldakupunktur durchgeführt. Es wurden ca. 50 Goldkügelchen gesetzt, verteilt auf beide Hüftgelenke und entlang der Wirbelsäule. Die OP verlief ganz problemlos. Am selben Tag noch durften wir unseren Goldschatz wieder mit nach Hause nehmen. Luna musste nun 10 Tage lang an der Leine laufen, damit sie sich wieder einen "normalen" Gang angewöhnt. Denn sie hatte vorher wegen der Schmerzen immer versucht, die kranken Hüftgelenke zu entlasten und immer mehr ihre Vorderbeine belastet, die somit natürlich einer ständigen Überbelastung ausgesetzt waren. Das kann dann auch zur Arthrose führen - bei unserer Luna war Gott sei Dank nur eine leichte Arthrose zu erkennen.

Luna war bereits ein paar Tagen nach dem Eingriff beschwerdefrei. Auch heute (Dezember 2005) läuft und spielt unsere Luna wie jeder andere gesunde Hund. Herzlichen Dank an die Tierarztpraxis Strauß & Welk in Elz.

Adressen von Tierärzten, die kompetent Goldakupunktur durchführen, finden Sie hier

Luna und Risa spielen im Garten
Spielen und Toben ist heute kein Problem mehr für Luna

Für unsere Luna ist spielen mit anderen Hunden kein Problem mehr. Man sollte sich allerdings die Spielpartner gut auswählen, denn zu wilde Raufereien sind natürlich nichts für HD-kranke Hunde. Schwimmen ist ein sehr gutes Training und macht den Hunden außerdem noch viel Spaß! Schwimmen baut die Muskulatur auf bei gleichzeitiger Entlastung der Gelenke und eignet sich ebenfalls zum Abbau überflüssiger Fettpölsterchen. 

Risa und Luna am Bigge-See
Risa und Luna - Schwimmen ist ein gutes Training

Ein wichtiger Punkt ist auch die Ernährung. Der Hund sollte so schlank wie möglich gehalten werden um jede zusätzliche Belastung auszuschalten. Zu hohes Gewicht belastet nicht nur die Knochen des Hüftgelenks sondern alle Sehnen und Bänder des Körpers. Wir geben unserer Luna täglich ein Ergänzungsfutter mit Muschelextrakten. Muschelextrakte stärken den Hüftgelenkknorpel und das Bindegewebe, und damit den Halteapparat eines Gelenkes. Solche Ergänzungsfuttermittel kann man beim Tierarzt aber auch im Fachhandel kaufen.

Risa, Luna und Spirit
Risa & Luna mit Hundefreund Spirit - spielen ist einfach toll !

Alles in allem braucht man den Hund aber nicht in Watte packen. Mit der Zeit merkt der Hund selbst, dass bestimmte Bewegungen keinen Spaß bringen und wird sie unterlassen. Wir merken das ganz deutlich bei unserer Luna. Spielen und Rennen mit anderen Hunden ist für sie das Größte, doch sobald es ihr zu wild wird, hält sich sich zurück.

Luna beobachtet Risa und Jessy beim Spielen
Risa tobt mit Ex-Pflegehund Jessy - wenn´s  doch mal zu wild wird, hält sich Luna schon von alleine zurück.

Hüftgelenksdysplasie ist zwar größtenteils erblich bedingt, doch zu starke Belastungen oder falsche Ernährung können zur Auslösung oder Verschlechterung der HD beitragen. 

Hier zum Abschluss noch ein paar allgemeine Tipps:

  • ein großwüchsiger Hund sollte möglichst langsam wachsen und mager groß werden - er erreicht seine genetisch vorgesehene Größe dann halt erst 1 bis 2 Monate später

  • bis zum Alter von 6 Monaten keine langen Spaziergänge - lieber öfters am Tag mal für ca. 10 Minuten rausgehen

  • möglichst keine Treppen steigen

  • ab dem 8. Monat können die Spaziergänge bis zu 1. Stunde ausgedehnt werden und kontrolliertes Treppensteigen ist möglich

  • Fahrradfahren bitte erst wenn der Hund ausgewachsen ist - ab ca. 1,5 Jahren

  • Eine Verhinderung des Fortschreitens der Hüftgelenksdysplasie kann durch nicht zu viel Hundesport (Dog Dancing, Agility etc.) - vor allem durch Wenigbelastung und das Vermeiden von Stauchungen und/oder Überdehnungen des Hüftgelenkes - erreicht werden

  • Eine Physiotherapie kann durch den gezielten Aufbau der Becken- und Oberschenkelmuskulatur das Hüftgelenk entlasten: www.tierphysiotherapie.de

  • Die Zugabe von knorpelaufbauenden Zusatzfuttermitteln ist ebenfalls sehr hilfreich

Wir sind sehr froh, dass wir uns für die Goldakupunktur entschieden haben. Luna geht es prima und wir hoffen sehr, dass wir noch viele weitere glückliche Jahre mit ihr zusammen verbringen dürfen !!!

 

(Januar 2013) 

Nach 11 gemeinsamen Jahren mussten wir Luna nach kurzer schwerer Krankheit (Lungenkrebs) einschläfern lassen. Sie fehlt uns sehr!

"Seelenhunde hat sie jemand genannt.... Sie sind unvergessen, weil sie unser Leben verändert haben und auch nach ihrem Tod in uns weiterleben.
Wir spüren es in unserem Denken, unserem Handeln, in unserem Fühlen.
Seelenhunde hat sie jemand genannt.... Jene Hunde, die es nur einmal gibt in unserem Leben, die wir begleiten durften und die uns geführt haben auf andere Wege.
Seelenhunde hat sie jemand genannt..... Jene Hunde, die wie ein Schatten waren und die Luft zum Atmen, jene Hunde, die uns ohne Worte verstanden haben.
Kein Tag vergeht ohne an sie zu denken ohne sie zu vermissen."

Unendlich traurige Grüße

Familie Krämer - Jasaraj

inselhunde@aol.com

zurück     nach oben