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Tasia



Tasia kam als 2. Hund zu uns in die Familie. Wir besuchten 2010 das ortsansässige Tierheim, um nach einen 2. Hund Ausschau zu halten. Unser Rüde Aaron verliebte sich sofort in sie und auch Tasia war Feuer und Flamme. Nach kurzer Zeit, wie Tasia bei uns war, stellten wir fest, dass sie etwas aus der Scheide blutete. Die Tierheimchefin konnte es nur so erklären, dass Tasia noch nicht kastriert war. Dazu ist noch zu sagen, dass Tasia, zwei Wochen bevor wir sie im Tierheim entdeckten, aus einem "Tierheim" von Moskau stammt. Sie wurde als Straßenhund eingefangen und lebte seit dem in diesem Tierheim. Die Bedingungen dort sind katastrophal.

Jedenfalls nahmen wir uns vor, Tasia später kastrieren zu lassen, da unser Rüde noch intakt war. Kurze Zeit später blutete sie wieder, worauf ich mit ihr zum TA ging. Er meinte, es wäre eine normale Hitzeblutung. Wir nahmen es (leider) nicht weiter ernst, da eine Hitzeblutung ja nichts Außergewönliches ist.

Es dauerte nicht lange und Tasia blutete wieder, dieses Mal stärker, aus der Scheide. So gingen wir wieder zum TA. Dieses Mal meinte er, dass es keine gewöhnliche Hitzeblutung wäre und er uns riet, Tasia sofort kastrieren zu lassen, da sie eine Gebärmutterentzündung hätte.

So entschieden wir uns für die OP. Das Ergebnis war niederschmetternd, denn der TA fand weder Gebärmutter noch Eierstöcke. Was heißt, dass Tasia schon kastriert war und er sich die Blutungen nicht erklären konnte.

Tasia erholte sich von der OP und wir fuhren in den Urlaub. Dort bekam sie ganz plötzlich wieder Blutungen, die dieses Mal noch stärker waren.

Wir besuchten zu Hause eine andere Tierärztin, in der Hoffnung, sie konnte uns helfen. Leider konnte sie das nicht und wollte einen Abstrich von Tasias Blutungen haben, was bedeutete, wir mussten warten. Das wollte ich nicht und fing an, selbst zu recherchieren. Ich bekam vom Tierheim die Kontaktdaten der Russin, die Tasia nach Deutschland vermittelte. Außerdem unterhielt ich mich mit meiner Hundetrainierin über Tasias Probleme, die sich mit Auslandshunden auskannte. Beide Frauen brachten mich dann auf das Sticker Sarkom (das war ein halbes Jahr, seit dem Tasia bei uns lebte und unregelmäßig blutete). Ich recherchierte im Internet, wobei die Infos doch sehr dürftig waren und fand dann in unserer Nähe eine Tierklinik, die sich mit dieser Krankheit auskannte. Der Chefarzt war Onkologe und auf Geschlechtskrankheiten spezialisiert. Wir besuchten ihn mit Tasia, der nach einer Vaginaskopie und Gewebsentnahme das Sticker Sarkom diagnostizierte. Er schlug uns eine Chemotherapie vor, die er bei anderen betroffenen Hunden mehrfach erfolgreich durchgeführt hatte.

So fuhr ich 6 Wochen lang jeden Freitag mit Tasia in die Tierklinik, wo sie intravenös ihre Chemotherapie bekam. Tasia vertrug sie einigermaßen gut. Sie zeigte ab und zu Schlappheit oder Magen-Darmprobleme.

Nach den 6 Wochen wurde Tasia noch einmal gründlich untersucht und als geheilt entlassen. Wir waren überglücklich. So hieß es doch, dass das Sticker Sarkom nach einer Chemobehandlung zu 99 % geheilt wäre.

Mit der Chemo waren wir ca. Ende Februar 2011 fertig. Im Laufe des Jahres hatte Tasia immer wieder gesundheitliche Probleme, besonders im Verdauungsbereich. Außerdem zeigte sie Verhaltensauffälligkeiten, in dem sie aus dem Nichts heraus fremde Personen versuchte anzugreifen. Dies schoben wir auf ihre schlechten Erfahrungen, die sie vor unserer Zeit gemacht hatte. Außerdem fraß sie in unbeobachtenden Momenten Decken auf. Dann gab es Tage, wo sie sich in unserem Haus zurück zog.

Ende November 2011 ließen wir sie noch einmal gründlich untersuchen, da sie wieder einmal eine Decke bis zur Hälfte aufgefressen hatte. Dabei wurde bei einer Magenspiegelung festgestellt, dass sie Helicobakter hatte und bekam entsprechende Medikamente.

Am Abend des 19.12.2011 hatte sie plötzlich Gleichgewichtsprobleme. Ihr Gesundheitszustand änderte sich von Minute zu Minute immer drastischer, so dass wir gegen 23.00 Uhr in die Tierklinik zur Notaufnahme fuhren. Dort angekommen, zeigte sie bei der Untersuchung auf einmal ein starkes, ständiges Augenflackern. Außerdem bekam sie furchtbare Krämpfe. Laut der TÄ war das Augenflackern von oben nach unten ein eindeutiges Zeichen für eine Veränderung im/am Gehirn ---> Gehirntumor. Um das Genau untersuchen zu lassen, wollte uns die TÄ in eine andere Klinik schicken. Doch Tasia war nicht mehr transportfähig und so liesen wir sie über Nacht in dieser Tierklinik. Sie bekam Beruhigungsmittel und Infusionen.

Am nächsten Morgen rief ich in der TK an und erkundigte mich nach Tasias Gesundheitszustand. Wir erhielten die traurige Nachricht, dass sich dieser leider kein bisschen gebessert hatte.

Zu Tasias Wohl entschieden wir uns am Morgen des 20.12.2011, dass sie von ihrem Leid erlöst wird. Dieser Schritt fiel uns sehr sehr schwer und die Zeit danach war schrecklich.

Tasia konnte in ihrem kurzen Leben, sie wurde nicht mal 4 Jahre alt, nicht viel Glück erfahren. Die wenige Zeit, die ihr bei uns blieb, blühte sie zu einem wunderbaren, treuen, loyalen, verschmusten, spaßigen, ach es gibt so viele gute Eigenschaften, Hund auf.

Wir tragen sie immer in unserem Herzen!

PS: Tasias Beispiel soll zeigen, wie wichtig es ist, dass Hunde, die am Sticker Sarkom erkrankt sind, so schnell wie möglich behandelt werden müssen. Diese Krankheit ist in unserem Land noch nicht so bekannt. Viele Tierärzte erkennen sie nicht, diagnostizieren falsch. Um so mehr müsst ihr für euren Hund kämpfen und die Initiative ergreifen.

In Erinnerung an meine geliebte Tasia:

Ohne dich, ohne dich die Welt so leer,
So arm das Herz ohne dich!
Ohne dich, ohne dich keine Heimat mehr
Auf der großen Erde für mich. (Johann Meyer)

Beate Zieger

E-Mail: kbnsz@web.de

Homepage: http://sticker-sarkom.npage.de

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